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Wir sagen Du! Schatz - Plakat zum Film

WIR SAGEN DU! SCHATZ

(D, 2007)

Regie: Marc Alexander Meyer
Film-Länge: 97 Min.
 
"Wir sagen Du! Schatz" auf DVD bestellen
DVD:  29.95 EUR
  


 Kino-Start:
 15.11.2007

 DVD/Blu-ray-Start:
 26.09.2008

"Wir sagen Du! Schatz" - Handlung und Infos zum Film:


Oliver Eckstein (Samuel Finzi) ist allein. Gerade jetzt, kurz vor Weihnachten, wo die Einsamkeit am Unerträglichsten ist. Dabei sehnt Oliver sich nach nichts mehr als nach einer Familie. Doch woher nehmen, wenn nicht stehlen?

Bewaffnet mit einer Flasche Chloroform zieht er also kurzentschlossen los und klaut sich in der Stadt zusammen, was ihm selber so sehr fehlt: eine Familie! Die Frau und "Mutti" steht schon fest, das wird die Frau seines Chefs, Sofia (Nina Kronjäger). Ein Baby (Noray Pliestermann) holt er sich aus der Babyklappe, einen Sohn (Ennio Incannnova) direkt vom Spielplatz; der 9-jährige Ennio wurde hier offensichtlich vergessen. Die Oma (Margot Nagel) wird aus dem Altersheim gekidnappt, inklusive einer französischen Knautschdogge namens Cleo.

Als Oliver die bewusstlose Sofia in seine Wohnung trägt - die 18. Etage eines leergemieteten Plattenbaus - trifft er auf die Streunerin Maya (Anna Maria Mühe). Maya freut sich über einen warmen Platz zum Schlafen und fragt nicht weiter nach. Oliver vereinnahmt das pubertierende Mädchen sogleich als Tochter. Stark verkatert erwachen die neuen Familienmitglieder am nächsten Morgen an dem fremden Ort und suchen nach Orientierung. Überall in der Wohnung stehen Kühlschränke und Paletten voller Lebensmittel. Der Frühstückstisch ist gedeckt: Oliver hat Pfannkuchen gemacht. In väterlicher Ruhe wickelt er Baby Mätzchen und erklärt die Familienregeln. Diese stehen in großen Buchstaben an der Küchenwand. "Wenn wir die einhalten, gibt es keinen Streit", verspricht der selbst ernannte "Papa". Sofia und Edna sind entsetzt. Doch der spontane Fluchtversuch endet an einer massiven Mauer im Treppenhaus: Oliver hat alle Ausgänge zugemauert. Es gibt kein Entkommen.

Die 16-jährige Maya arrangiert sich als Erste mit der Situation, die für sie wie "Häuser besetzen" ist. Bei dem Versuch, ihren eigenen Wohnraum zu erweitern, reißt sie eine Wand ein und legt unerwartet Horst (Harald Warmbrunn) frei: der 74-jährige Rentner und Altsozialist sitzt auf seinem Sofa und bewacht seine Wohnzelle mit einem Revolver - "gegen Spekulanten", wie er sagt. Selbst Oliver hat nicht bemerkt, dass er nicht der einzige Bewohner der Etage war. So hat er Horst unfreiwillig mit eingemauert. Kurzerhand wird Horst von Oliver als "Opa" im Kreis der Familie willkommen geheißen. Zur allgemeinen Sicherheit schwatzt Oliver Horst noch den Revolver ab und hat so ein geeignetes Druckmittel, damit alle die Familienregeln einhalten und pünktlich zum Essen erscheinen.

Doch schnell muss Oliver feststellen, dass man das ideale Familienleben nicht erzwingen kann. Diese Familie ist ganz anders, als Oliver sie sich vorgestellt hat: Sohn Ennio hat eine Hausstauballergie und kann nicht in geschlossenen Räumen sein. Oma Edna entpuppt sich als Leiterin des Seniorenheimes und empfindet es als Beleidigung, eine "Oma" zu sein. Sie verlangt ihren Stundenlohn von 22 Euro 85 für ihre "Arbeit". Opa Horst ist ein besserwisserischer Nörgler und wartet nur darauf, dass er wieder an seine Pistole kommt. Und selbst Maya, die Olivers Aktion "eigentlich cool" findet, hat auf alles Lust, nur nicht auf Gemeinschaft. Am Schlimmsten aber: Sofia hasst Oliver. Sie beleidigt und verweigert sich ihm, wo es nur geht und macht sich über seine Liebe zu ihr lustig. Sofia will nur eines: zurück zu ihrem "richtigen" Mann. Obendrein hasst sie Kinder und weigert sich, das "gemeinsame“ Baby zu wickeln. Dafür trinkt sie gerne und viel, was auch nicht unbedingt Olivers Bild von einer idealen Frau und Mutter entspricht.

Doch Oliver gibt nicht auf: Er glaubt an seine Idee vom gemeinsamen Glück, auch wenn seine Familie alles andere als perfekt ist. Oliver erkennt, dass er jeden Menschen so lassen muss, wie er ist. Also wird Ennio am offenen Fenster angebunden, damit er immer Frischluft hat. Oma Edna bekommt Olivers ganzes Geld, damit sie mitmacht. Opa Horst darf weiter in seiner muffigen Stube herumgrummeln und Sofia ihre aussichtslosen Fluchtversuche unternehmen. Nur die Familienregeln müssen weiter eingehalten werden: Ehrlichkeit untereinander und pünktliches, gemeinsames Essen. Als Oliver am Abend dann wieder allein am reich gedeckten Abendbrottisch sitzt, rastet er schließlich aus.

Am nächsten Morgen sehen sich die Familienmitglieder mit neuen drakonischen Maßnahmen konfrontiert: Oliver hat das gesamte Essen weggeschlossen, das Wasser abgestellt und das Klopapier und andere Hygieneartikel versteckt. Lediglich Mätzchen, das Baby, wird versorgt. Und für Ennio hat Oliver aus einem Wasserzerstäuber einen Staubbeseitiger gebastelt. Mit dem kann Ennio nun auch in geschlossenen Räumen sich aufhalten und muss nicht auf dem Dach frieren. Gemeinsam streichen Vater und Sohn das Wohnzimmer neu, während der Rest der Familie sich nun überlegen muss, wie sie an Essen, Wasser und Klopapier kommen. In einer Krisensitzung vor der verminten Mauer im Treppenhaus kommen sie zu dem Schluss, dass es am Sinnvollsten ist, Olivers Spiel mitzumachen, solange es keine andere Möglichkeit des Ausbruchs gibt. Bis auf Sofia haben sich auch schon alle an die Situation gewöhnt. Horst schmeckt Olivers Essen. Maya hat eine eigene Bude. Und Edna verdient Geld, was sie freilich niemandem erzählt. Und irgendwie muss man sich ja auch die Zeit vertreiben. In einer großen Gemeinschaftsaktion streicht die Familie die gesamte Wohnung. In Gelb, was nach Olivers Auffassung das "Glücksgefühl" und die "Lebensfreude" steigern soll. Abends, bei einem Hirschragout à la bonne heure, spüren tatsächlich alle so etwas wie ein gemeinsames Glück…

Autor/Bearbeitung: Frank Ehrlacher

Update: 22.10.2007

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