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Die Grundschullehrerin - Plakat zum Film

DIE GRUNDSCHULLEHRERIN

("Primaire")
(F, 2016)

Regie: Helene Angel
Film-Länge: 105 Min.
 
  


 Kino-Start:
 15.02.2018

"Die Grundschullehrerin" - Handlung und Infos zum Film:


Das Leben ist eine Baustelle, und in der Grundschule geht es besonders laut, chaotisch und ungefiltert zu. Doch so anstrengend es manchmal auch sein mag, sich jeden Morgen aufs Neue zu motivieren: Für Florence (Sara Forestier), Mitte 30 und Lehrerin aus Leidenschaft, kann es keinen schöneren Beruf geben.

Früher hatte Florence einen Mann, doch die Ehe wurde geschieden, eine neue Beziehung hatte sie länger nicht, und jetzt wohnt sie mit ihrem zehnjährigen Sohn Denis (Alain Cousi) sogar direkt über den Klassenzimmern ihrer Schule. Das ist so praktisch wie fatal. Denn wo die Grenze zwischen Privatem und Job räumlich verschwimmt, ist es nur noch ein kleiner Schritt bis zu dem Punkt, an dem der Beruf einen mit Haut und Haar auffrisst. Und Florence steht kurz davor. Aber noch gibt sie sich selbstbewusst und stark und meistert die Herausforderungen des Alltags scheinbar mühelos.

Die Kinder ihrer Klasse sind ihr Ein und Alles: Wenn sie ihren Schülern auf die Sprünge helfen kann, indem sie ihnen extra Leseunterricht gibt, die Lösung einer Matheaufgabe mit spielerischen Methoden vermittelt oder den Lärmpegel im Klassenzimmer reduziert, indem sie für die eine ein nettes Wort übrig und für den anderen ein offenes Ohr hat, zieht sie daraus ihre Befriedigung. Lieber ein bisschen zu viel als zu wenig tun, ist ihre Devise. Gerne auch nach Feierabend.

Das gilt erst recht, als eines Morgens Sacha (Ghillas Bendjoudi), ein Junge aus einer Parallelklasse, an der Tür klopft und fragt, ob er an ihrem Unterricht teilnehmen dürfe, weil er seine Schwimmsachen vergessen habe. Er setzt sich neben Denis, der in die Klasse seiner Mutter geht und zunehmend darunter leidet, dass Florence ihn nicht nur während der Schulstunden kaum wahrnimmt.

Viel schlimmer ist im Moment allerdings, dass Sacha wie eine Müllkippe stinkt. Angewidert setzt Denis sich weg, doch damit sind die Probleme, die Sacha in die Klasse trägt, nicht aus der Welt geschafft. Im Gegenteil: Der kräftige Junge rastet schnell aus und wird sogar gewalttätig, wenn er das Gefühl hat, sich verteidigen zu müssen. In der Mittagspause verliert er schließlich die Nerven, weil die anderen Kinder ihn hänseln, und schlägt wie wild um sich. Erst Florence, die ihn zu Boden ringt, in die Arme nimmt und festhält, gelingt es, Sacha wieder zu beruhigen.

Der Vorfall soll Sachas Mutter gemeldet werden, doch sie ist telefonisch nicht zu erreichen. Als später am Nachmittag die anderen Kinder von ihren Eltern abgeholt werden, steht Sacha allein und verloren im Schulhof herum. Florence will wissen, was bei ihm daheim los ist. Zunächst druckst der Junge herum, rückt dann aber mit der erschreckenden Wahrheit heraus. Seine Mutter, erzählt Sacha, sei schon seit Tagen nicht mehr nach Hause gekommen, habe lediglich genug Geld dagelassen, damit er sich selbst versorgen kann. Florence ahnt, dass das nicht zum ersten Mal passiert.

Die allgemeine Ratlosigkeit in der Schule, was mit Sacha passieren soll, weicht einer gewissen Erleichterung, als plötzlich Mathieu (Vincent Elbaz) auftaucht, ein Exfreund von Sachas Mutter, die ihn wohl ohne sein 5 Wissen als Notfallkontakt für Sacha angegeben hat. Der chaotische, aber sympathische Sushibote nimmt Sacha mit zu sich nach Hause. Die beiden kennen sich gut, denn Mathieu kümmerte sich jahrelang liebevoll um den Jungen, als er noch mit seiner Ex-Freundin zusammen war, die schon damals alles andere als eine umsichtige Mutter war. Was danach aus dem Jungen werden soll, weiß niemand so recht. Das Jugendamt verständigen? Florence ist der Meinung, dass es eine andere Lösung geben muss. Und als sie am nächsten Tag beobachtet, dass Sacha wieder auf dem Hof herumlungert, beschließt sie, die Sache selbst in die Hand zu nehmen.

An diesem Abend bietet sie Sacha also ein Dach über dem Kopf an. Davon ist Denis jedoch überhaupt nicht begeistert, denn die Aufmerksamkeit, die Florence dem Problemkind schenkt, wünscht er sich natürlich für sich selbst. Weil er diese nicht bekommt, hat er längst für sich entschieden, dass er zu seinem Vater ziehen wird – lieber heute als morgen. Mit ihm möchte Denis ganz weit weg, nach Java, wo der Vater Häuser baut. Florence will von diesem Plan nichts hören und vertieft ungewollt mit ihrer schroffen Art den Graben zwischen sich und ihrem Sohn nur noch mehr.

Dass Denis sie genauso braucht wie die anderen Kindern – wenn nicht mehr –, fällt ihr nicht auf. Sie hat einfach zu viel um die Ohren: die Schule, die aufkeimenden Gefühle für Mathieu, die Sorge um Sacha, der sich permanent mit Denis streitet. Um zu verhindern, dass Sacha ins Heim kommt, macht Florence seine Mutter ausfindig und stellt sie an ihrem Arbeitsplatz, einer Edelboutique, zur Rede. Doch trotz der lautstarken Szene, die sie ihr vor versammelter Kundschaft macht, gelingt es Florence nicht, sie zu überzeugen, endlich Verantwortung für ihren Sohn zu übernehmen.

Obwohl sie schon so viele Herausforderungen in ihrem Leben gemeistert hat, meistens im Alleingang, stößt Florence jetzt an ihre Grenzen. Nach einer heftigen Auseinandersetzung mit ihren Kollegen, die ihr vorwerfen, selbstherrlich ihre Kompetenzen zu überschreiten, dämmert Florence zum ersten Mal, dass ihre Kraft, ihre Energie und Lebensfreude vielleicht nicht mehr ausreichen, um ihren Idealismus weiter zu befeuern. Plötzlich fühlt sie sich erschöpft und antriebslos. Nach einem Streit mit Mathieu scheint auch diese Beziehung vorbei zu sein, bevor sie überhaupt richtig begonnen hat. Denis hat sich durchgesetzt und wird von seinem Vater abgeholt. Und dann fällt Florence siedend heiß ein, dass sich für die nächsten Tage ein Lehrprüfer angemeldet hat...

Autor/Bearbeitung: Frank Ehrlacher

Update: 12.02.2018

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