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300 Worte Deutsch - Plakat zum Film

300 WORTE DEUTSCH

(D, 2014)

Regie: Züli Aladag
Film-Länge: 96 Min.
 
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 Kino-Start:
 05.02.2015

 DVD/Blu-ray-Start:
 21.08.2015

 Pay-TV-Start:
 12.03.2016

 Free-TV-Start:
 17.02.2017

"300 Worte Deutsch" - Handlung und Infos zum Film:


Im Kölner Ausländeramt sieht sich Dr. Ludwig Sarheimer (Christoph Maria Herbst) als letztes Bollwerk konservativ-nationaler Interessen gegen den Ansturm einreisewilliger Horden aus fremden Kulturen. Leider ist gegen die Heirat zwischen deutschen Staatsbürgern und Ausländerinnen juristisch nichts einzuwenden. Aber Sarheimer pocht auf die Einhaltung der Vorschrift, dass die als "Brautimport" bezeichneten jungen Türkinnen nachweisen müssen, bei der Einreise über einen deutschen Wortschatz von mindestens 300 Worten zu verfügen.

Hodscha Cengiz Demirkan (Vedat Erincin), Vorsteher der Moschee, ist Schirmherr des Programms, das jungen Männern aus türkischen Familien ermöglicht, unbekannte Bräute aus dem Mutterland per Foto auszuwählen, sobald die Eltern sich einig sind. Wenn er ehrlich ist, muss Demirkan zugeben, dass diese Bräute keineswegs 300 Worte Deutsch beherrschen, wenn sie ihre Männer in Köln kennenlernen und heiraten. Aber Sarheimer gegenüber würde Demirkan das nie zugeben. Gefälschte Bescheinigungen der Sprachtests lassen sich aus Istanbul leicht besorgen. Bestechen lässt sich Sarheimer allerdings nicht – das muss Demirkan zu seinem Leidwesen erfahren.

Und so stehen sich Demirkan und Sarheimer im ständigen, zermürbenden Duell gegenüber. Am liebsten würde Sarheimer die frisch eingetroffenen Bräute allesamt per Dekret sofort wieder ausweisen. Das verhindert sein politisch korrekter Neffe Marc Rehmann (Christoph Letkowski) der soeben seine Arbeit in Sarheimers Behörde begonnen hat und den Aufschub der Ausweisung vor der Presse geschickt als Sarheimers großzügige Entscheidung verkauft. Bei seinem Antrittsbesuch in der türkischen Gemeinde lernt Marc Demirkans selbstbewusste Tochter Lale (Pegah Ferydoni) kennen, die ihn als "Feind" zunächst schroff abkanzelt, dann aber merkt, dass Marc sich ehrlich um Verständnis der Situation bemüht.

Lale steht zwischen den Kulturen. Sie studiert Germanistik, trainiert intensiv Martial Arts und legt das Kopftuch ab, sobald sie die väterliche Wohnung verlässt. Andererseits fühlt sie sich der türkischen Tradition verpflichtet und erwartet – mit Grausen – den Tag, an dem sie ihr Studium abschließt und dann einen vom Vater ausgesuchten Mann heiraten muss. Einen dieser Bewerber hat Lale bereits durch Androhung brutaler Gewalt verscheucht.

Lale und Marc wollen den von der Abschiebung bedrohten Bräuten helfen – was nur funktioniert, wenn diese in der verbleibenden Frist tatsächlich 300 Worte Deutsch lernen. Es bleibt Lale nichts übrig, als selbst diesen Unterricht zu übernehmen. Dabei bringt sie den jungen Frauen nicht nur Vokabeln bei, sondern auch Nahkampftechnik für die Auseinandersetzungen mit aufdringlichen Ehemännern.

Wie sieht das Eheleben der sich völlig fremden Paare aus? Lales Cousin Kenan (Semih Yavsaner) leidet im Bett mit Fatma (Beste Bereket) unter Impotenz, weil er seinen Eltern zuliebe geheiratet hat, aber ständig von seiner Schweizer Wunschpartnerin träumt. Auch der Kaufmann Emre (Aykut Kayacik) leidet, weil seine fast völlig verstummte Frau Arzu (Almila Bagriacik) vor Heimweh ständig weint, während ihn selbst mit Connie (Nadja Uhl), der smarten und verständnisvollen Assistentin von Dr. Sarheimer, mehr verbindet als nur die Begeisterung für Schachpartien. Cems (Navid Akhavan) Familie ist entsetzt, als seine Braut Nuran (Sükran Pelin Öztekin) beim Eintreffen in Köln erheblich beleibter ist, als die Fotos vermuten ließen. Obwohl Cem sich sofort in Nuran verliebt, schweigt er feige, wenn "die fette Tonne" von seiner Familie gehänselt wird – auf Deutsch, damit sie es nicht versteht.

Doppelmoral und unausgesprochene Konflikte gibt es nicht nur in den Migrantenfamilien – auch der nach außen so demonstrativ korrekte Dr. Sarheimer hat etwas zu verbergen: Er ist Stammgast in einem Bordell und besucht dort ausschließlich die hinreißende Blondine Daisy (Arzu Bazman). Was er nicht weiß: Sie heißt eigentlich Ayse, stammt aus der Türkei und setzt Sarheimer unter Druck, als auch ihr von seiner Behörde die Abschiebung droht.

Lale begegnet Marc als Vertreter der Ausländerbehörde weiterhin sehr reserviert und wirft ihm vor, sein angebliches Mitleid mit den Türken sein "schlimmer als offener Rassismus". Dennoch knistert es spürbar zwischen den beiden. Es gelingt dem sanftmütigem Marc nämlich, sich in den Wortgefechten mit der streitbaren Lale zu behaupten. Mit Recht weist er sie auf die Widersprüche ihrer emanzipierten Lebensart einerseits und dem Gehorsam gegenüber dem traditionellem Vater andererseits hin.

Die beiden verlieben sich – doch dann kommt der Tag, an dem Lale ihre letzte Uni-Prüfung besteht. Und Vater Demirkan präsentiert ihr den neuen Heiratskandidaten Murat (Züli Aladag), der Lales aufgeklärte und emanzipierte Art ausdrücklich befürwortet. Auch mit Martial Arts kann sie ihn nicht einschüchtern, weil er sich bestens zu verteidigen weiß. Lale ist ratlos: Wie soll sie Murat loswerden? Denn als Marc erfährt, dass Lale "verlobt" ist, wendet er sich enttäuscht von ihr ab.

Im selben Moment startet Sarheimer eine hinterhältige Nacht-und-Nebel-Aktion, um die "illegal eingereisten" türkischen Bräute noch vor der gewährten Frist bis zur Sprachprüfung sang- und klanglos abzuschieben. Wer soll den nun schon zum zweiten Mal abrupt entwurzelten Bräuten jetzt noch helfen...?

Autor/Bearbeitung: Frank Ehrlacher

Update: 29.01.2015

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